Haltung und Fütterung von Kaninchen

 

Die Lebensweise der Wildkaninchen sollten beachtet werden, um die Kaninchenhaltung so artgerecht wie möglich zu gestalten:

 

- Wildkaninchen sind sehr gesellige Tiere und leben in großen Verbänden zusammen
   -> Sie benötigen mindestens einen Artgenossen, um sich wohlzufühlen!

- Sie haben einen enormen Bewegsungsdrang und somit große Reviere

  -> Kaninchen benötigen ein großes Platzangebot! Bei Wohnungshaltung wird eine Fläche von 2qm pro Tier,
      bei Außenhaltung 3qm pro Tier als Mindestmaß gefordert

   -> können Kaninchen sich nicht austoben, entstehen Verhaltensstörungen, Aggressionen und Fettleibigkeit!

- Außerdem sind sie Höhlenbewohner und haben somit einen großen "Buddeltrieb"

  -> Der Lebensraum der Kaninchen sollte möglichst abwechslungsreich gestaltet sein. Es müssen Verstecke,
      Aussichtspunkte und Buddelmöglichkeiten zur Verfügung stehen

- Wildkaninchen sind dämmerungs- und nachtaktiv, am Tag ruhen sie überwiegend

- Sie sind Fluchttiere
  -> es ist ihnen meist unangenehm, wenn sie auf den Arm genommen werden.

  -> Kaninchen sind keine Kuscheltiere!

 

Die optimale Umgebungstemperatur für Kaninchen liegt bei 15 - 18 °C, jedoch ist es kein Problem, sie bei deutlich niedrigeren Temperaturen zu halten, wenn sie sich langsam daran gewöhnen können.
Hohe Umgebungstemperaturen sind jedoch problematisch, da Kaninchen nicht schwitzen können!

Achten Sie bitte auf genug Schatten und Luftzirkulation in den Sommermonaten!

 

 

Bezüglich der Fütterung Ihrer Kaninchen sollte man auch hier als Vorbild die Futterration von Wildkaninchen sehen:
Wildkaninchen ernähren sich hauptsächlich von Wildgräsern und Wildkräutern sowie Wurzeln und Rinde

 

Eine artgerechte Fütterung von Kaninchen sollte demnach so aussehen:

 

Heu: ad libitum (oder auch getrocknete Kräuter- und Blütenmischungen)

Sauberes Trinkwasser: ad libitum

Frischfutter: 1 - 2 x täglich, jeweils ca. 100g/kg Körpergewicht
    davon strukturiertes Grünfutter: 2/3 der Ration (Gräser, Kräuter, Löwenzahn, Salate, Blätter von Kohlrabi,
                                                                                Blumenkohl oder Radieschen)
    davon Gemüse: 1/3 der Ration (Karotten, Kohlrabi, Chicorée, Petersilienwurzel, Sellerie, Rote Bete)
    davon Obst: nur in kleinen Mengen

Nagematerial: mind. 1 - 2 x wöchentlich (Äste ungespritzter Obstbäume, Weide, Birke, Haselnuss)

 

 

Bitte füttern Sie kein Trockenfutter mit Getreideanteilen! Die Kohlenhydrate können von Kaninchen nicht gut verdaut werden und es kommt zu Durchfällen. Das Gleiche gilt auch für alle anderen Getreideprodukte wie Körner, Haferflocken, Brot, Knabberstangen oder diverse "Leckerlis".

 

 

 

Kotballen am After eines Kaninchens aufgrund falscher Haltung und Fütterung